Viele Veranstaltungen konnten trotz Corona stattfinden …

Kein Kultursommer 
wie sonst!

Das Kultursommer-Motto 2021 lautet nochmals 
„Kompass Europa: Nordlichter“


Stand: 16.11.2020

In diesem Jahr ist vieles anders. Aus diesem Grund eröffnete Kulturminister Konrad Wolf die Pressekonferenz mit den Worten: „Der heutige Rückblick auf den Kultursommer 2020 kann natürlich kein gewöhnlicher Rückblick sein. Es war ja auch kein gewöhnlicher Kultursommer. Ich freue mich, dass trotz der außergewöhnlichen, corona-bedingten Situation viele Veranstaltungen stattfinden konnten und ich danke allen Beteiligten, denn ohne deren Einsatz wäre dies nicht möglich gewesen.“ Da einige der Projekte, die für 2020 geplant waren, auf 2021 verschoben werden konnten, heißt das Motto auch im kommenden Jahr noch einmal „Kompass Europa: Nordlichter“ …

Als der Minister Anfang März das Programm des Kultursommers 2020 vorstellte, herrschte große Vorfreude: Etwa die Hälfte der insgesamt ca. 200 geförderten Projekte widmete sich dem aktuellen Motto „Kompass Europa: Nordlichter“, viele hatten Künstlerinnen und Künstler aus den skandinavischen und baltischen Ländern oder Island eingeladen oder planten Originalkunstwerke auszustellen. Nur wenige Tage später lauteten die brennenden Fragen: Können in den nächsten Monaten überhaupt Kulturveranstaltungen mit Publikum stattfinden? Können Künstlerinnen und Künstler reisen? Und ab wann wird was wieder möglich sein?

Ein hohes Maß an Flexibilität
Schon im März konnte der Kultursommer den Veranstaltern ein hohes Maß an Flexibilität ermöglichen: Terminverschiebung bis in den Dezember, inhaltliche Anpassung, andere Veranstaltungsorte oder auch die teilweise oder vollständige Digitalisierung der Kulturangebote. All das machte möglich, dass immerhin fast 2/3 der ursprünglich geplanten Projekte realisiert werden konnten. Die Reihen „Westerwälder Literaturtage“, „Gegen den Strom“ an der Lahn, „Philosophien des Glücks in Dänemark und Deutschland“ im Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen, „Palatia Jazz“ mit einigen Konzerten in der Speyerer Gedächtniskirche und andere konnten bis in den Herbst Veranstaltungen anbieten, manche Ausstellungen gehen sogar darüber hinaus.

Drei Dutzend zusätzliche Projekte
Durch Absagen freigewordene Mittel wurden kurzfristig umverteilt. Insgesamt konnte alleine der Kultursommer dadurch drei Dutzend zusätzliche Projekte fördern. „Manche Veranstalter konnten ihre Angebote spontan den Gegebenheiten anpassen und haben neue Kulturangebote initiiert, die wir gerne unterstützt haben“, so Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Geschäftsführer des Kultursommers. Zunächst rein digital, dann die geplanten Ausstellungen, dann „Live im Autokino“-Projekte ab Mitte Mai, denen ab Mitte Juni auch wieder Indoor- und Open-Air-Veranstaltungen folgten.


Leider fiel auch das beliebte Spiegelzelt-Festival 2020 dem Coronavirus zum Opfer und musste auf  das kommende Jahr verschoben werden. Dennoch bot das Kultur-/Jugendkulturbüro Haus Felsenkeller e. V. mit Unterstützung vom Kultursommer Rheinland-Pfalz vom 21. bis 23. August mit „Unter dem SternenZelt“ ein bisschen Spiegelzelt-Flair open air auf dem Altenkirchener Schlossplatz. Großbild-Lichtprojektionen (Foto), Livemusik, Musik-Comedy und Poetry Slam sorgten für Vorfreude auf das Spiegelzelt vom 7. August bis 19. September 2021.


„Kein Licht ohne Schatten“ – Der Norden im b-05:  Marianna Ignataki, Alexander Skorobogatov und Emeli Theander bei der Ausstellungseröffnung „At a distance“ im Kunst- und Kulturzentrum b-05, in den ehemaligen Nato-Bunkern im Montabaurer Stadtwald.

Die Förderungen einiger Projekte wurden aufgestockt, damit sie – unter veränderten Bedingungen – stattfinden konnten. So bot z.B. Michael Kötz mit Open-Air-Vorführungen ein kräftiges Lebenszeichen der Filmfestspiele Ludwigshafen: Täglich liefen drei Vorstellungen für maximal je 350 Besucher; 15.000 kamen insgesamt.

Im Rahmen dieses Kultursommers haben einige Festivals bereits auf hybride Formate umgestellt oder andere Formate entwickelt. Die zweiten „Heimat-Europa Filmfestspiele“ in Simmern fanden als Autokinofestival und Open Air statt und hatten erfreuliche 4.600 Gäste in vier Wochen. Das Internationale Musikfestival Koblenz IMUKO, das Festival Grenzenlos Kultur in Mainz, das Lahnsteiner Bluesfestival und einige Veranstaltungen der Westerwälder Literaturtage im KulturWerk Wissen wurden und werden als Hybridveranstaltungen angeboten, und auch kleinere Veranstalter haben sich die Technik zunutze gemacht. Mit einem fahrenden Musikzimmer, Klang- und Rauminszenierungen sowie Konzert- und Weingenüssen für die eigenen vier Wände setzte sich das Mosel Musikfestival im August „in Bewegung“ und „Bingen swingt! auf Bestellung“ hat seine Fans ebenfalls zu Hause besucht.

Großveranstaltungen und vor allem Veranstaltungen mit Gästen aus den acht nordeuropäischen Ländern konnten nicht stattfinden. Darum gilt das Motto „Kompass Europa: Nordlichter“ 2021 erneut. Die Kompassnadel wird dann 2022 auf Osteuropa weisen; 2023, wenn Rheinland-Pfalz die Präsidentschaft in der Großregion innehaben wird, auf Westeuropa und 2024 auf Südeuropa.

Kultursommer--Eröffnung vom 30. April bis 2. Mai 2021 in Zweibrücken
Die offizielle Eröffnung des Kultursommers wird weitgehend mit dem bereits für 2020 geplanten Programm in Zweibrücken stattfinden. Vom 30. April bis 2. Mai werden dort zahlreiche Mitwirkende aus den Ländern Nordeuropas erwartet. Das Team aus Stadt und Kultursommer arbeitet intensiv daran, das Kulturfest zu einem genussvollen und sicheren Event für die ganze Familie zu machen. „Natürlich werden nicht nur ausgefallene Projekte nachgeholt“, so Kulturminister Wolf, „sondern es wird auch neue Projekte geben.“ 

Foto Pressekonferenz (ganz oben): 
Trotz Corona-Pandemie: Kulturminister Konrad Wolf (Foto rechts) und Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Geschäftsführer des Kultursommers (Foto links) blicken dennoch zufrieden auf den vergangenen Kultursommer 2020 zurück.

Mehr zum Kultursommer Rheinland-Pfalz unter: 
www.kultursommer.de
www.facebook.com/kultursommer.rlp

Foto Pressekonferenz:© MWWK
Foto Kein Licht ohne Schatten:© Andreas List
Foto Sternenzelt:© Jürgen Greis